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    Blutspenden hilft. (Bild: Blutspende.ch)

Von A positiv und B negativ

in Campus von

Vergangene Woche fand einmal mehr eine Blutspendeaktion an der Uni Zürich Statt. Was vom Zeitpunkt an passiert, in dem der Blutbeutel gefüllt ist, ist jedoch den meisten unklar. Wo wird das gespendete Blut hingebracht? Wie findet es Verwendung? Wie lange ist es haltbar? Und wie war das noch gleich mit den Blutgruppen?

Dem Blut auf der Spur

Der Blutspendeanlass der Universität Zürich gehört zu den grössten in der Schweiz und findet zwei Mal pro Semester statt. Eine lange Schlange hat sich bis 13 Uhr am Donnerstag gebildet. Mit dem ausgefüllten Spendenformular in der Hand warten alle auf das Kontrollgespräch mit der Ärztin oder dem Arzt. Haben die Spendenden grünes Licht erhalten, geht es sofort zu einer der Liegen. Langsam werden dort 450ml Blut abgenommen, nachdem sich die Spendenden hingelegt haben und eine Nadel in den Arm eingeführt bekommen. Diese Prozedur sollte nicht mehr als 15 Minuten dauern. Was danach auf der Seite der Spenderinnen und Spender geschieht, ist den meisten klar: Die Nadel wird entfernt und der Einstich gründlich desinfiziert und mit einem Pflaster versorgt. In der darauffolgenden Viertelstunde sollte man sich nicht zu sehr anstrengen, um einen Kollaps zu vermeiden. Dazu stehen ein kleiner Imbiss sowie Getränke bereit, deren Konsum das gespendete Blut ersetzen soll. Sobald die Spendenden wieder fit sind, gehen sie ihres Weges.

Doch die eigentliche Frage ist, was anschliessend mit dem ganzen Blut geschieht. Dieses wird, in den Beuteln verpackt, ins Blutspendezentrum nach Schlieren transportiert und dort zentrifugiert. Zentrifugieren bedeutet, dass das Blut in drei Bestandteile separiert wird: Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), das Blutplasma, und die Blutplättchen. Dieser Prozess dauert zwei Tage. Die Mehrheit des zentrifugierten Blutes wird direkt in die Spitäler gebracht und für Patientinnen und Patienten verwendet. Die Blutplättchen beispielsweise gehen an das Kinderspital oder finden bei Menschen mit Krebserkrankung Verwendung, da sie für die Gerinnung wichtig sind. Die Blutplättchen sollten so schnell wie möglich gebracht werden, da sie lediglich eine Woche nach der Zentrifugierung bei Raumtemperatur haltbar sind. Nicht so bei den Erythrozyten und dem Blutplasma: Erythrozyten sind bei Kühlschranktemperatur bis zu sechs Wochen haltbar. Das für die Medikamentenherstellung genutzte Blutplasma sogar bis zu 2 Jahre, wird es bei -30° gelagert. Ein kleiner Bestandteil des gespendeten Blutes geht tatsächlich auch an die Forschung. Aber lediglich Blutbestandteile, die im klinischen Alltag nicht gebraucht werden, wie weisse Blutkörperchen. Haben die oben genannten Bestandteile ihr Ablaufdatum erreicht, werden auch diese zu Forschungszwecken verwendet. In den meisten Fällen werden die Beschaffenheit des Blutes und die Unterschiede zwischen den vereinzelten Blutgruppen untersucht.

Von A positiv zu B negativ, über Null

Bislang wurden auf der Welt vier Blutgruppen entdeckt: Null, A, B und AB. Alle diese vier Blutgruppen sind in der Schweiz sowohl im Rhesusfaktor positiv, als auch im Rhesusfaktor negativ vertreten, wobei A positiv und Null positiv am häufigsten vorkommen (siehe Bild). In einer Zeit des Mangels einer bestimmten Blutgruppe, werden bekannte Spendende seltener Blutgruppen individuell aufgerufen. Ob man jedoch spenden möchte, ist natürlich allen selbst überlassen.

(Grafik: Blutspende.ch)

Null negativ kann allen anderen Blutgruppen gespendet werden. Gleichzeitig kann AB alle Arte gespendeten Blutes empfangen. Doch wird das in der Praxis nicht zwingend so angewendet. Null negativ wird nur in Notsituationen eingesetzt; nämlich dann, wenn man die Blutgruppe einer Patientin oder eines Patienten nicht kennt, oder ein Mangel an einer Blutgruppe herrscht. Im Normalfall wird die gleiche Blutgruppe übertragen.

Wer letzte Woche nicht spenden konnte, dem bietet sich Ende Monat noch eine Gelegenheit, wenn die nächste Blutspendeaktion in der Uni Irchel stattfindet.

Blutspendeaktion Universität Irchel: 27.4.2017, 10.30-15.00

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