Von Rechenschaft und Readern

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Heute Mittwochabend  steht die letzte Ratssitzung des VSUZH des laufenden Semesters statt. Die ZS tickert ab 18:15 live. Es wird vor allem über den Konkurs der ZSUZ diskutiert werden

Der Konkurs der Zentralstelle der Studentenschaften der Universität Zürich (ZSUZ) dominiert die Uni-Politik zurzeit. Eine Arbeitsgruppe rund um Prorektor Michael Schaepman beschäftigt sich zurzeit mit der Frage, welche Dienstleistungen der Konkurs gegangenen studentischen Stiftung künftig weiter angeboten werden sollen. Vor allem geht es auch darum, wer die Dienstleistungen in Zukunft anbieten wird: Wer stellt zukünftig sicher, dass Studierende an der Uni kopieren, drucken und scannen können? Wo können sie in Zukunft Unterrichts- und Schreibmaterialien beziehen? Die Arbeitsgruppe, der auch zwei Mitglieder des VSUZH angehören, ist in der Pflicht, auf diese und andere Fragen Antworten zu liefern (die ZS berichtete). Ebenso ist allerdings der VSUZH in der Pflicht. Als Verband der Studierenden der Uni Zürich ist er die legitime Stimme, um die Anliegen der Studierenden zu vertreten. Es ist dementsprechend äusserst wichtig, dass sich der VSUZH einig darüber wird, welche Dienstleistungen er für unverzichtbar erachtet. Welche der VSUZH selbst übernehmen könnte. Und was er von der Uni fordert.

Von Rechenschaft und Readern

Konkret waren zwei Traktanden zum Konkurs eingereicht worden. Der eine, mittlerweile wieder zurückgezogene Antrag betraf den Stiftungsrat der ZSUZ. Dieser ist nach Ansicht von vielen hauptschuldig an der Insolvenz der traditionsreichen studentischen Stiftung. Das Interessante dabei: Der Stiftungsrat der ZSUZ und der VSUZH waren eng verbandelt. Denn: Der VSUZH-Rat empfahl der ZSUZ jeweils per Ratsbeschluss die Stiftungsmitglieder zur Wahl. Der Stiftungsrat der ZSUZ konstituierte sich zwar danach selbst: Doch tat er das auf Empfehlung des VSUZH hin.
Es ist in diesem Kontext eine schwierige Frage, ob der Stiftungsrat dem VSUZH und damit den Studierenden Rechenschaft schuldig ist. So erklärt es sich auch, dass nach Informationen des Vorstands zufolge trotz Einladung niemand aus dem Stiftungsrat der ZSUZ an der Sitzung teilnehmen wird, um dem Rat Red und Antwort zu stehen. Marcus Wieland von der Geschäftsprüfungskommission (GPK) des VSUZH hatte darum den Antrag gestellt , dass der Stiftungsrat dem VSUZH bis zur ersten Sitzung nächstes Jahr im Februar einen Rechenschaftsbericht ablegen soll. Der Antrag ist mittlerweile zurückgezogen, wohl auch deshalb, weil sich der Stiftungsrat dazu bereit erklärt hat, dem VSUZH-Rat gegenüber Stellung zu nehmen. Allerdings wird das nicht in der heutigen Sitzung geschehen.
Das zweite Traktandum betrifft den Fachverein Psychologie (FAPS). Dieser verkaufte seine Reader für das Psychologiestudium über den Studiladen der ZSUZ. Nach dem Konkurs ist nun unklar, ob der FAPS das mit den Readern erwirtschaftete Geld in diesem Semester noch erhalten wird. Deshalb ist der Antrag eingegangen, der VSUZH solle das nun fehlende Geld – etwas mehr als 5500 Franken – dem FAPS zusprechen. Konkret soll der Fonds für anerkannte Fachvereine angezapft werden.

Diskussion muss dringend geführt werden

Erstaunlicherweise ist darüber hinaus nichts zum weiteren Vorgehen in der Causa ZSUZ traktandiert. Dabei müsste die Diskussion dringend geführt werden, wie die von den Studierenden überaus geschätzten Dienstleistungen erhalten bleiben können. Wie der VSUZH seine Rolle interpretiert, um die Dienstleistungen auch zukünftig aufrechterhalten zu können. Und wie er sich positioniert gegenüber allfälligen Privatisierungsplänen – theoretisch wäre es etwa denkbar, dass ein Kiosk der Valora-Gruppe im Lichthof einzieht. Solche Überlegungen sind zum jetzigen Zeitpunkt aber noch spekulativ, da zurzeit noch keine konkreten diesbezüglichen Pläne vorliegen. Es bleibt zu hoffen, dass bei den Mitteilungen und zwischen den Traktanden Zeit bleiben wird, um diese Diskussionen zu führen. Denn das nächste Mal tagt der Rat erst im Februar wieder.

Kampfwahl

Neben der omnipräsenten ZSUZ-Frage werden auch einige weitere interessante Traktanden behandelt heute Abend. So ist beispielsweise ein Vorstandssitz neu zu besetzen. Isabelle Helfenstein (IGI) tritt nach weniger als einem Jahr zurück. Um die Nachfolge zeichnet sich eine Kampfwahl ab. Sebastian Weber (IGOR) und Berkcan Özkul (SIPP) kandidieren beide. Beide sind Mitglieder zweier kleineren Fraktionen im VSUZH (IGOR hält 9 Sitze, SIPP 5) und dementsprechend stark auf die Unterstützung der anderen Fraktionen angewiesen.

Weitere Traktanden

IGOR ist es auch, die in einem Antrag eine Neuregelung der Vorlesungszeiten fordert. Hauptanliegen der Antragstellenden ist eine Einführung einer vorlesungsfreien Woche auch im Herbstsemester und eine längere prüfungsfreie Zeit über die Festtage. Auch eine Verschiebung nach hinten der ersten Vorlesungsstunde von heute acht Uhr auf neu neun Uhr ist Teil des Antrags.
Christian Schmidhauser von der filo stellt den Antrags zur Gründung einer neuen Kommission. Diese soll in dem vom VSS und Universität Zürich auf die Beine gestellten und vom VSUZH mitgetragenen «Schnuppersemester für Geflüchtete» wichtige Aufgaben in der Organisation und dem Austausch zwischen Geflüchteten und Studierenden übernehmen.

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