«Schlussendlich sollen die Folgen einfach nicht auf die Studierenden abgewälzt werden», sagt VSS-Co-Präsidentin Lea Schlenker (Bild: Ursula Meisser).

VSS fordert sofortigen Notfonds für Studierende

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Der Verband der Schweizer Studierendenschaften VSS hat einen Forderungskatalog an die Hochschulen, die Kantone und den Bund vorgelegt. Die darin vorgesehenen Massnahmen umfassen finanzielle Unterstützung für Studierende und eine mögliche Wiederholung für alle Prüfungen.

«Das wichtigste Anliegen in dieser Situation ist, dass bestehende Ungleichheiten nicht noch grösser werden», schreibt der VSS in einer Mitteilung vom Dienstag zur aktuellen Lage der Hochschulen in der Corona-Krise. Aus diesem Grund fordert der Dachverband der Studierenden umfassende Massnahmen von den Behörden, um dieser aussergewöhnlichen Lage «entgegenzuwirken».

Der VSS sehe es als Aufgabe der Hochschulen, gemeinsam mit den kantonalen Stellen sowie dem Bund Lösungen zu erarbeiten, um die Studierenden finanziell aufzufangen. Es müsse «mit allen Mitteln» verhindert werden, dass Studis wegen der Corona-Krise in Geldnot geraten. Deshalb soll sofort ein finanzieller Fonds eingerichtet werden, damit Studierende in Nöten «unbürokratisch und rasch» finanzielle Unterstützung erhalten.

«Folgen nicht auf die Studierenden abwälzen»

«Die finanzielle Hilfe richtet sich in erster Linie an Studierende mit wenig Einkommen», sagt Lea Schlenker, Co-Präsidentin des VSS, gegenüber der ZS. Damit soll besonders denjenigen unter die Arme gegriffen werden, die von der Corona-Krise am stärksten betroffen seien. Zusätzlich zum Notfonds fordert der VSS, dass eine Coronavirus-bedingte Verlängerung des Studiums keinen Einfluss auf die Förderhöchstdauer von Stipendien haben soll.

«Schlussendlich sollen die Folgen einfach nicht auf die Studierenden abgewälzt werden», so Schlenker. Es gehe bei den Forderungen des VSS nicht primär darum, von wem die Hilfe komme, sondern dass es eine gemeinsame Lösung gebe. «Uns ist aufgefallen, dass die Hochschulen die Verantwortung für die Studierenden häufig auf die Studierendenschaften abgeschoben haben.» Das sei gemäss Schlenker falsch.

Für jede Prüfung eine Wiederholung

Auch bei den Leistungsnachweisen in diesem Semester erwartet der VSS ein Entgegenkommen seitens der Hochschulen. So sollen die Prüfungen am vorgesehenen Darum durchgeführt werden, nicht bestandene Prüfungen nicht als Fehlversuche gezählt werden und jede Prüfung wiederholbar sein. Bei den schriftlichen Arbeiten fordert der Verband eine Verlängerung der Abgabefristen, falls die betroffenen Studis damit einverstanden sind.

Eine weitere Forderung betrifft die Regelstudienzeit. Dieses aussergewöhnliche Semester soll gemäss VSS nicht als reguläres Semester gezählt werden. Denn es gäbe Studiengänge, die sehr stark von der Schliessung der Hochschulen betroffen seien. «Das betrifft zum Beispiel gewisse Programme an Kunsthochschulen, die ohne Präsenzunterricht nicht durchgeführt werden», so Schlenker auf Nachfrage. In solchen Fällen sollen Studis die Option haben, die Semestergebühren zurückerstattet zu bekommen.

Nationale Koordination nötig

Auf die bereits getroffenen Massnahmen des Bundes geht der VSS bemerkenswerterweise kaum ein. Das hat allerdings einen guten Grund: «Es wäre begrüssenswert, wenn der Bund bei seinen Massnahmen die Sichtweise der Studis integrieren würde», sagt Schlenker. Auch eine nationale Koordination sei notwendig, um den Studierenden im ganzen Land entgegenzukommen. «Bisher haben alle Hochschulen mehr oder weniger eigenständig gehandelt.»

Die Universität Zürich selbst hat letzten Freitag in einer Info-Mail die neuen Regelungen zu den Prüfungen vorgestellt. Darin gab sie etwa bekannt, dass alle Fehlversuche storniert und dass Prüfungen, wenn möglich, zu den vorgesehenen Terminen stattfinden würden. Doch sowohl für den VSUZH als auch für die Kripo gehen diese Massnahmen nicht weit genug. Die ETH hatte ihre Studierenden ebenfalls informiert und angekündigt, nicht bestandene Prüfungen in diesem Semester zu annullieren. Auf ihrer Webseite bietet sie unter anderem Antworten auf häufige Fragen von Studis an.

 

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