Am ersten OecTalk am 21. März war die Aula gut besucht (Bild: Nico Jakob).

Wirtschaft verstehen für alle

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Der Fachverein Oekonomie will mit einer neuen Vortragsreihe fachfremde Studierende erreichen. Der erste OecTalk kam gut an.

Folgendes Stereotyp ist weit verbreitet: Ökonomie-Studis studieren ihr Fach nicht aus Leidenschaft. Man hört immer wieder, dass sie einfach etwas «Vernünftiges» studieren wollten. Viele Politikstudierende kritisieren die Veranstaltung Politische Ökonomie, und Mathematikstudierende lachen über die Mathekenntnisse der Wirtschaftsstudis.

Trotzdem – oder gerade deswegen – hat sich der Fachverein Oekonomie vorgenommen, wirtschaftliche Themen durch die neue Vortragsreihe OecTalk Interessierten verständlich nahezubringen. Angesprochen sind Studierende aller Fachrichtungen.

Ökonomie für Dummies

Benedikt Rasshofer, Gründer des OecTalk und Vorsitzender des Fachvereins Oekonomie, erklärt: «Kaum ein Thema von gesellschaftlicher Relevanz ist ohne Kenntnis der wissenschaftlichen Fakten objektiv zu bewerten.» Weil Argumente und Meinungen oft ohne wirtschaftswissenschaftliche Untermauerung vertreten werden, möchte der Verein «ökonomisches Wissen für Nicht-Ökonomen zur Verfügung stellen». Der Besuch der Vorträge solle Studierende dazu befähigen, über wirtschaftliche Themen zu debatieren und sich fundiert dazu äussern zu können, so Rasshofer. 

Der erste OecTalk hat am 21. März in der gut besuchten Aula der Uni Zürich stattgefunden. Fünf Tage nach dem weltweiten Klimastreik war das Thema «Energy Transition: The Cost of a New Revolution in Europe» perfekt gewählt. Professor Jean-Michel Gauthier, Executive Director der HEC Paris und Chief Economist Officer for Energy and Resources bei Deloitte, war ein beeindruckender erster Gastredner. Anstatt das Thema aus dem gewohnten normativen Blickwinkel der Ökologie anzugehen, blieb er seiner Rolle als Ökonom treu und präsentierte Grafiken über die Kosten und Effizienz der Energiewende.

Gezielte Informationen

Die Veranstaltungen sollen auch als Podcasts veröffentlicht werden, um die Inhalte der Talks noch effizienter zu verbreiten. Trotzdem wird es wohl schwierig sein, Studis aus allen Fachrichtungen mit Wirtschaftsthemen an die OecTalks zu locken. Rasshofer hofft aber, dass die Vorträge den Studierenden ermöglichen, «sich gezielt zu informieren, sei es für eine wissenschaftliche Arbeit oder für eine politische Entscheidung oder Wahl.»

Obwohl das kein explizites Ziel der Vortragsreihe ist, helfen die OecTalks, dabei, dem Ruf nach Interdisziplinarität nachzukommen. Ob dies von den Studierenden gewünscht ist und ob die Veranstaltungsreihe mit zukünftigen Themen weiterhin Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten.

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