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Zu Tisch!

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Sie sind Teil unserer Gesellschaft und leben trotzdem oft ohne Kontakt zur einheimischen Bevölkerung: Die Rede ist von Menschen, die aufgrund von Kriegswirren, politischer Verfolgung oder Perspektivlosigkeit aus ihrer Heimat flüchten mussten. Mit dem Ziel, Geflüchtete mit Schweizerinnen und Schweizern zusammenzubringen, wurde 2014 das karitative Projekt «Gemeinsam Znacht» ins Leben gerufen.

Der Name ist Programm: Interessierte laden Geflüchtete zum Abendessen zu sich nach Hause ein. Gastgebende und Gast haben so beim gemeinsamen Dinieren und Konversieren die Möglichkeit, die jeweilige Kultur, Religion und Sprache des anderen besser kennen zu lernen. Vor allem aber stehen die Geflüchteten als Menschen im Zentrum: Denn egal, woher sie stammen, hinter jedem und jeder verbirgt sich ein individuelles Schicksal. Auch solche ernsthaften Themen kommen nebst dem Znacht auf den Tisch.

Serdal Avsar, der an der Uni Zürich Recht studiert, hat bei «Gemeinsam Znacht» als Gastgeber mitgemacht. Sein Gast war der 20-jährige Ramazan. Der Afghane, der seit zwei Jahren in der Schweiz ist und momentan im Asylheim in Regensdorf lebt, brachte als Geschenk einen Rosenstrauss mit. Eine aufmerksame und nette Geste, findet Serdal.

«Die Konversation war zu Beginn etwas harzig», räumt Serdal ein. «Das lag aber vermutlich weniger an der fehlenden Neugier seinerseits, sondern eher am noch mangelnden Wortschatz», meint Serdal. Dennoch habe Ramazan nicht nur von seiner Flucht erzählt, sondern auch davon, dass seine Familie verstreut in alle Himmelsrichtungen lebe und dass er Judo unterrichte. Es sei ein angenehmer und interessanter Abend gewesen, sodass er wieder mitmachen werde, resümiert Serdal. Die Anmeldung erfolgt online. Dort kann man auch wählen, ob man eine Einzelperson, ein Paar oder eine Familie einladen möchte. Des Weiteren kann man auch entscheiden, ob man die Anreisekosten des Gastes übernehmen will.

Bisher wurden so über 350 Begegnungen vermittelt. Auf Instagram werden Gruppenselfies gepostet, die das Abendessen fotografisch festhalten, um «Gemeinsam Znacht» auch in den sozialen Medien bekannt zu machen. [ayf]

Interessierte beider Seiten können sich auf der folgenden Seite melden:
www.gemeinsamznacht.ch

3 Comments

  1. @ Anicea Bei der Tafel habe ich mitgeholfen bei dem Einsammeln der Lebensmittel von den Supermärkten. Teilweise eine böse Schlepperei. Wenn wir z.B. kistenweise Milch abgeholt haben. Aber wie auch immer, ich kann mich erinnern, dass bei uns namentliche Listen geführt worden sind. Und bei der Ausgabe wurde kontrolliert. Zusätzlich gab es damals bei uns einmal pro Woche ein komplettes Frühstück in den Räumen der Tafel für ca. 20 Personen. Und es war genau festgelegt, wer in welcher Woche „. Das ging nach Alphabet. Irgendwie muss man den Massen der armen Menschen möglichst gerecht werden. Es waren früher ohne die Asylanten – schon sehr viele Bedürftige. Richtig ist, dass es auch Missbrauch gegeben hat. Das lag aber nicht an der Tafel. Es lag daran, dass das Amt entweder die Augen zugedrückt“ hatte oder der Antragsteller das Amt über den Tisch gezogen hatte und sich damit finanzielle Hilfen und Bescheinigungen erschlichen hatte

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