Das Kunstmagazin «Like a Girl» feiert sein zweijähriges Bestehen. Bild: Lea Oberli

Das Kunstmagazin «Like a Girl» feiert sein zweijähriges Bestehen. Bild: Lea Oberli

Feminismus eine Stimme geben

von

Zwei Studentinnen produzieren ein Kunstmagazin. Was bewegt die Mitschreibenden?

«Like a Girl» hat eine feminine Ästhetik, ist jung, verspielt und besonders. Das Kunstmagazin aus Zürich setzt sich hauptsächlich mit feministischen Themen auseinander und soll eine Plattform für verschiedene Stimmen bieten. Das heisst, jede und jeder darf sich daran beteiligen. Hinter der Idee stecken zwei Studentinnen – Lynn Vellacott von der Universität Zürich und Lea Oberli von der Zürcher Hochschule der Künste. Sie haben das Magazin nach der Matura im November 2017 gegründet. «Das Ziel war es, etwas zu gestalten, das wir auch selbst lesen wollen. Nach der Matura fehlte uns dieses kreative Schaffen und ein Mittel, uns selbst auszudrücken», so Lea.

Ein Magazin zum Mitgestalten

Bei der ersten Betrachtung des Magazins sticht einem das prägnante Logo ins Auge, eine der wenigen Konstanten von «Like a Girl». Denn das restliche Design fällt in jeder Ausgabe unterschiedlich aus, wie auch das jeweilige Thema. Pro Heft überlegen sich die beiden Studentinnen eine Thematik, um die sich die gesamte Ausgabe drehen soll. Dazu werden dann Geschichten und Gedichte geschrieben, die von Fotoreihen und Illustrationen ergänzt werden.

Anders als bei regulären Magazinen hat «Like a Girl» keine feste Redaktion. Ist ein Thema festgelegt, wird es einem Pool von Autor*innen und Creators geschickt und samt Abgabedatum auf Instagram ausgeschrieben. Und dann wird gesammelt. Alle Texte und Werke sind willkommen und werden in der Regel auch abgedruckt. Das Credo des Magazins: geben und nehmen. Leute stellen ihre Werke umsonst zur Verfügung, welche ohne das Magazin vielleicht niemand zu Gesicht bekommen würde. «Es ist sehr berührend und wertvoll, dass Leute einen Teil von ihrem Geschaffenen, ihren Ideen und ihrer Arbeitszeit geben und uns dabei vertrauen », so Lea. Oft sind die Inhalte emotional, verletzlich und offen. So finden sich im Magazin auch schwere persönliche Texte wieder, die einen spannenden Kontrast zur Leichtigkeit bilden, die man bei erster Betrachtung erwarten könnte.

«Feminismus ist für alle da»

Während am Anfang noch hauptsächlich Kolleg*innen der Gründerinnen ihre Inputs eingeschickt haben, sind es heute mehrheitlich Fremde. Dadurch hat sich um «Like a Girl» ein neuer Kreis gebildet. Trotzdem bleibt ein Anliegen der beiden, eine breitere Autor*innenschaft zu haben. «Wir wählen immer queere und feministische Themen und wünschen uns, dass auch mehr queere und nonbinäre Menschen, People of Color sowie Menschen aus einem anderen sozialen Umfeld als unserem mitmachen und sich durch unser Magazin repräsentiert fühlen », sagt Lynn und ergänzt: «Feminismus ist für alle da.»

Die gesetzten Themen wie «Wert» oder «Tabu» geben jeder Ausgabe des Magazins einen Rahmen. Doch durch die wechselnde Autor*innenschaft sind die Inhalte divers, sodass man nie weiss, was einen erwartet, und der rote Faden etwas verloren geht. Einige Texte und Arbeiten haben auch nicht einen direkten feministischen Bezug. So geht es bei «Like a Girl» manchmal eher darum, allen die Möglichkeit zu geben, Teil des Magazins zu sein und darin eine Stimme zu haben. Damit haben Lynn und Lea aber etwas Besonderes geschaffen, ein einzigartiges Magazin, das man gerne aufbewahrt.

Das Magazin kann online (lag-magazin.ch) bestellt werden. Es ist auch im Duplikat, Paranoia City und Sec 52 erhältlich.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

Neuestes von Campus

Nur Menschen mit Matura dürfen an der Uni studieren. Den anderen bleibt der Zugang vorerst verwehrt. Illustration: Sumanie Gächter

Studieren ohne Matura

Rektor Michael Schaepman wünscht sich für die Uni Zürich einen erleichterten Zugang
Gehe nach Oben