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«Der Frauenmangel im Rat ist eine Phase»

von

Valérie Jost (Interview)

VSUZH-Vorstandsmitglied Luisa Lichtenberger über Geschlechterquoten und politische Wunschvorstellungen.

 

Luisa, du bist ja schon seit mehreren Jahren in Schülergremien aktiv …

Luisa Lichtenberger: Genau, ich habe als Mitglied unserer Schülerorganisation begonnen. Danach bin ich zur Union der Schülerorganisationen und zusätzlich zur Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände. In der Ersteren bin ich immer noch aktiv, da man bis zu drei Jahre nach der Matur dabeibleiben kann. Allerdings werde ich mich bei den nächsten Wahlen nicht mehr zur Verfügung stellen. In der Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände bin ich seit Kurzem im Vorstand und werde mich weiter engagieren.

 

Was ist dir bei deinem Engagement besonders wichtig?

Die Partizipation der Studenten und Schüler zu ermöglichen. Die Universitäten wie auch die Schulen sind grosse Institutionen, und Schüler und Studenten müssen die Chance haben, über organisierte Gremien daran zu partizipieren. Damit die da oben nicht vergessen, dass sie nicht einfach machen können, was sie wollen. Und dass wir auch Ideen haben, die das Hochschulsystem und das Studentenleben vereinfachen könnten. Dafür setze ich mich ein.

 

Wenn du über Nacht eine Sache an der Schweizer Politik ändern könntest, was wäre das?

Bildungssparmassnahmen abschaffen. Es stört mich sehr, dass die Leute das Gefühl haben, sie können in der Bildung sparen. Als ob wir sonst so viele Ressourcen hätten, die unser Land reich machen. Es wird nämlich ausgerechnet dort gespart, wo immer gesagt wurde, das zeichne die Schweiz aus.

Wie stehst du zu Geschlechterquoten?

Bei ehrenamtlichen Engagements kann man sich heute keine Geschlechterquoten mehr leisten. Es ist paradox, wenn jemand nicht ehrenamtlich arbeiten kann, weil er das falsche Geschlecht hat. Viele Organisationen suchen ja händeringend nach Leuten. Wenn es aber um Managementpositionen in Firmen geht, könnten Quoten schon etwas bringen. Dort herrscht meiner Meinung nach oft noch Vetternwirtschaft.

 

Wie siehst du das Geschlechterverhältnis im VSUZH?

Ich denke, der Frauenmangel im VSUZH ist nur eine Phase. Ich habe oft gesehen, dass Vereine solche Phasen haben. Das kann sich schnell wieder ändern. Wieso sich an den Sitzungen weniger Frauen melden als Männer und ihre Wortmeldungen oft kürzer sind, kann ich aber nicht genau sagen. Und daran können wir als Verband leider auch nicht viel ändern.

 

Zur Person: Luisa Lichtenberger (19) studiert an der Uni Zürich seit 2015 Jus. Im März 2016 wurde sie in den VSUZH-Vorstand gewählt, sie betreut dort das Ressort Bildungspolitik. Daneben engagiert sie sich in der Union der Schülerorganisationen und der Schweizer Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände.

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1 Comment

  1. Jost und Lichtensteinen sollten sich mal das Protokoll der letzten Sitzung des Stura anschauen und sich überlegen, ob der Begriff „Phase“ ein adquater Begriff sei.
    Eine ausgewogenes Geschlechterverhältnis im VSUZH …träumt weiter. Dafür müsstet ihr den Fraktionen Maulkörbe aufzwingen. Nichtmal die Kripo hatte das derzeit begriffen.

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