Heissgetränke sind neu in wiederverwendbaren Bechern erhältlich. Foto: Lisa Horrer

Heissgetränke sind neu in wiederverwendbaren Bechern erhältlich. Foto: Lisa Horrer

Das Ende der Pappbecher?

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Für eine bessere Ökobillanz setzt die Uni auf Mehrwegbehälter. So kommt das an.

Wer sich an der Uni Zürich mit Kaffee oder Tee eindeckt, dem dürfte eine Neuheit auffallen: Statt in Pappbechern verkauft die Uni Heissgetränke an den bedienten Cafeterias nun in wiederverwendbaren Bechern. Dafür kommen zusätzlich zum Preis fünf Franken Depot hinzu, welche nach Rückgabe der Gefässe zurückerstattet werden. Der hitzebeständige Becher stammt von der Firma reCIRCLE. Die Genossenschaft ZFV-Unternehmungen, Gastronomiebetreiberin an der Universität Zürich, vertieft mit der Einführung des Mehrwegbechers die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Unternehmen.

Komplette Ökologisierung als Ziel

Bereits 2019 nahm der ZFV erste Produkte von reCIRCLE in sein Sortiment auf – mit dem Ziel, den Plastikverbrauch zu reduzieren, die Ökobilanz zu verbessern und die gesteckten Klimaziele zu erreichen. Zudem sei es auch eine Forderung der Besucher*innen der Uni, das Angebot nachhaltiger zu gestalten, sagt Thomas Leuenberger, Mandatsleiter der Uni-Gastronomiebetriebe bei den ZFV-Unternehmungen.

Neben einer deutlichen Abfallreduktion würden die Mehrwegprodukte zudem laut Angaben der Produktionsfirma bereits nach zehn Waschgängen geringere Umweltauswirkungen aufweisen als Wegwerfgeschirr. «Unser Ziel ist es, ganz von Einwegverpackungen wegzukommen. Der neue Becher ist ein weiterer Schritt in diese Richtung», so Leuenberger. Wann an der Uni Zürich jedoch ganz auf Einwegbehälter verzichtet werden kann, sei noch unklar und hänge von verschiedenen Faktoren ab. Derzeit sei man beispielsweise auf der Suche nach einem geeigneten Depot-System für die Kaffeeautomaten mit Selbstbedienung. Denn momentan sind die wiederverwendbaren Becher nur in den bedienten Cafeterias und Mensas erhältlich.

Mittlerweile sind an der Uni rund 2’000 Becher im Umlauf, wobei Erfahrungswerte zeigen, dass etwa 40 Prozent davon nach Gebrauch wieder zurückgegeben und 60 Prozent behalten werden. «Für uns ist das ein Zeichen dafür, dass die Produkte akzeptiert sind und rege genutzt werden», meint Thomas Leuenberger. Bleiben jedoch diejenigen Becher, die nicht mehr zurückgebracht werden, ungenutzt zuhause liegen, verschwindet damit auch der positive Effekt auf die Umwelt.

Nachhaltigkeitskommission erfreut

Mit reCIRCLE setzt der ZVF auf einen Partner, welcher seine Produkte in der Schweiz und seit 2020 klimaneutral produziert. So ist schweizweit ein Netzwerk von rund 1’500 Unternehmen entstanden, welche die Behälter anbieten. «Wir möchten regionale Wertschöpfungsketten unterstützen und können auch eng im Entwicklungsprozess neuer Produkte mitwirken», erklärt Leuenberger die Zusammenarbeit.

Auch die Nachhaltigkeitskommission des VSUZH freut sich über die Neuerung. Deren Präsidentin Ina Schelling hält dazu fest: «Wir begrüssen dies sehr, da dadurch die grosse Anzahl an Wegwerfbechern stark verkleinert wird. Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass Nachhaltigkeit an verschiedenen Orten ansetzen sollte und jeder Schritt hilft.» So setze sich die Nachhaltigkeitskommission dafür ein, dass sich das Verpflegungsangebot als Gesamtpaket in eine nachhaltige Richtung entwickelt. Neben Mehrweggeschirr sind beispielsweise die Ausweitung des Angebots an vegetarischen und veganen Menüs oder die neue Preisgestaltung der Speisen Massnahmen, die gefordert und jüngst umgesetzt wurden (siehe Bericht in der ZS-Ausgabe 4/21).

3 Comments

  1. Ich würde ja echt sehr gerne immer mal wieder einen Tee oder Kaffee zwischen meinen Vorlesungen kaufen, aber 5 Franken zusätzlich dafür zu bezahlen ist schon sehr viel für mich als Student. Nachhaltigkeit ist sehr wichtig, aber der Kreislauf von recircle hat schon so seine Löcher drin. Die verdienen doch richtig gut Geld mit jedem Cup der verschwindet.

    • Hey Filip!
      Das Depot-System ist doch gerade für uns Studis mit weniger Geld ein Vorteil: Die 5 Franken bekommen wir ja zurück, wenn wir den Becher retournieren. Es ist also quasi gratis. Da sollten eigentlich keine Becher verschwinden, ausser jemand hat Lust Geld wegzuwerfen!

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