Bild: © Frank Brüderli, Universität Zürich

Die Fakultäten werden mündig

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Die Uni hat ihr Führungssystem geändert. Die Dekan*innen erhalten mehr Selbständigkeit.

«Governance 2020+» – so heisst das in den letzten Monaten nach und nach umgesetzte Projekt der Universität Zürich. Das neue Organigramm soll die Uni gemäss eigener Ankündigung «zukunftsfähig» machen. Die Dekan*innen sollen mehr Führungsverantwortung und die Fakultäten mehr Eigenständigkeit sowie Selbstverantwortung erhalten.

Wie funktioniert das System?

Die Hierarchie der Uni ist wenig übersichtlich. Die Universitätsleitung ist das höchste operative Organ der Uni. In der Erweiterten Universitätsleitung wiederum sitzen zusätzlich Dekan*innen und Stände als Vertreter*innen weiterer Interessensgruppen. Sie entwickelt unter anderem Leitbild und Finanzplan.

Darüber entscheiden, was tatsächlich umgesetzt werden soll, kann aber weder die Universitätsleitung noch die Erweiterte Universitätsleitung, denn in wichtigen Fragen bestimmt letztinstanzlich allein der Universitätsrat. Dieser wird wiederum vom Regierungsrat gewählt und ist somit der Vertreter des Stimmvolks des Kantons Zürich. Dieses komplexe Führungssystem führt zu langwierigen und komplizierten Entscheidungsprozessen.

Mehr Verantwortung für die Fakultäten

In der neuen Struktur wurde das sogenannte «Götti-System» abgeschafft. Damit war jede*r Prorektor*in für mehrere Dekan*innen und deren Fakultäten zuständig und hat deren Anliegen an die Universitätsleitung weitergeleitet. Mit der Reform vertreten Dekan*innen ihre Anliegen direkt gegenüber der Unileitung.

Zusätzlich sind die Dekan*innen nun unter anderem für die Infrastruktur in der Fakultät verantwortlich. Noch wichtiger ist, dass sie bei der Einstellung neuer Professor*innen in die Berufungsverhandlungen miteingebunden werden – faktisch also einiges mitzureden haben, welche Professor*innen künftig eingestellt werden. 2021 soll dann die «Budgetkompetenz der Dekan*innen um die Professoren*innenlöhne» erweitert werden. Dabei sind die Professor*innen in Zukunft wohl darauf bedacht, unter sich diejenigen zum oder zur Dekan*in zu wählen, die eine ihnen genehme Lohnpolitik versprechen.

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