Durch die Wand

von

Vatergefühle — Die ZS ist ein 95-jähriges Baby, das alle paar Jahre neue Adoptiveltern bekommt. Es hält seinen Vormund nächtelang wach, verschlingt Unmengen an Geld, ist die meiste Zeit undankbar und erst, wenn man es nach Wochen mühevoller Aufzucht wieder einmal in den Händen hält, überf.llt einen der Erzeugerstolz – man kann nicht anders, als es erschöpft zu lieben. Wehmütig übergab ich das Mündel vor bald zwei Jahren Reto und Oli. Ängstlich, sie würden es verwahrlosen lassen, diese kostbare Zeitung an die Wand fahren – so kurz vor ihrem runden Geburtstag. Doch meine Sorge war unbegründet. Mit unübertrefflicher Hingabe haben sie sich der ZS verschrieben. Nun verlässt Reto das Väterduo für die nationale Bühne. Er hat sich nichts vorzuwerfen, und die ZS ihm ebensowenig. Und ich erst recht nicht – im Gegenteil bin ich stolzer Grossvater.

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