Ein Zeichen der Solidarität

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Während in der Ukraine der Krieg tobt, ist in Uster fast alles wie immer.

Es ist Samstagabend, die Strassen sind befahren, Fussgänger*innen sind unterwegs. Für die einen geht es in den Ausgang, für andere nach Hause und für manche wohl ins Testzentrum. Darüber thront das Schloss auf dem Burghügel, seit eh und je Wahrzeichen der Stadt. Geht man an diesem Tag durch Uster, scheint es, als wäre alles so wie immer. Aber etwas ist doch entschieden anders. Normalerweise erstrahlt das Ustermer Wahrzeichen nicht in Blau-Gelb. Mit dieser Beleuchtung will die Stadt während einer Woche ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine setzen. Damit schliesst sie sich den Zehntausenden von Menschen an, die in der Schweiz gegen den Krieg protestieren. Einen Krieg, welcher jeden Tag neue Leben fordert. Einen Krieg, von welchem uns in Echtzeit Bilder und Videos erreichen. Bilder von beschossenen Wohnhäusern, einschlagenden Raketen, und Menschen, die um ihr Leben fürchten. Auf diesem Bild dagegen geht das Leben ruhig und geordnet weiter. In einer Stadt, wo nur die Beleuchtung des Wahrzeichens auf die Tragödie hindeutet, die sich keine 2’000 Kilometer entfernt abspielt. Hilflos versucht Uster ein Zeichen zu setzen. Wenigstens während einer Woche.

 

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