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Es lebe die Revolution

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Am 17. Juni 2015 feiert der Dokumentarfilm «Capitaine Thomas Sankara» im Beisein von Regisseur Christophe Cupelin im Zürcher Kino RIFF RAFF Vorpremiere. Wir verlosen Tickets!

Leicht verwackelt flimmert die Gestalt Thomas Sankaras über dem Bildschirm. Es handelt sich um Aufnahmen aus dem Jahre 1983. Der junge Politiker Sankara steht vor einer jubelnden Menge und hält eine fulminante Rede gegen den erklärten Erzfeind: Den Imperialismus. Demonstrativ feuert der Präsident Burkina Fasos Schüsse in die Luft mit den Worten: «Diese Schüsse richten sich gegen den Imperialismus!» Wirkungsvoll beendet Sankara seine Rede mit seinem Leitspruch «Heimat oder Tod. Der Sieg ist unser!», welchen die Menge euphorisch mit ruft.

Der Schweizer Regisseur Christophe Cupelin hat mit «Capitaine Thomas Sankara» ein ergreifendes Portrait des visionären und unkonventionellen Staatschefs Burkina Fasos geschaffen. Der Genfer Filmemacher hat dafür während 25 Jahren recherchiert und montiert. Der Dokumentarfilm setzt sich aus Archivaufnahmen und eingeblendeten Zitaten zusammen. Cupelin hat dabei auf jegliche Kommentare und Interviews seinerseits verzichtet. Stattdessen verlässt sich der Regisseur auf die Aussagekraft des Filmmaterials und der revolutionären Ikone Sankara.

Politiker mit Charme

Obervolta 1983 – nach einem erfolgreichen Staatsstreich erklimmt Thomas Sankara die Spitze der Macht und wird Präsident Obervoltas. Durch sein idealistisch-kommunistisch gefärbtes Gedankengut getrieben, kündigt der Visionär die Revolution Obervoltas an, welches er symbolisch in Burkina Faso (Das Land der Integren) umbenennt. Sankara ist ein Politiker mit Charme und Humor, welcher grosse Beliebtheit bei der Bevölkerung geniesst. Seine revolutionären Ideen, welche bis heute von brisanter Aktualität sind, stossen auf nationale Begeisterung. Sein Ziel ist es, die burkinische Gesellschaft zu reformieren, in dem er zentrale Probleme wie Hungersnot, Bildung, Korruption und die Gleichstellung von Mann und Frau angeht. Der Sozialist erklärt den Imperialismus als Ursprung all dieses Leids, weshalb er ihn zu bekämpfen versucht. Statt Abhängigkeit von Europa und Neo-Kolonialismus strebt Sankara ein System der Selbstversorgung und Eigenständigkeit an. International eckt der provokative Politiker mit seinen Forderungen und Ideen an.

Der Politiker überzeugt nicht nur durch seine fesselnde Ausstrahlung, sondern auch durch seine ausserordentlichen rhetorischen Fähigkeiten. Sankaras Visionen zeugen von einem fortschrittlichen und selbstlosen Denken. Der Revolutionär versteht die Bedürfnisse der Burkinabé und sieht sich als Mann des Volkes, weniger als Staatsoberhaupt.

Der Westen ist der Feind

Cupelins ungewöhnliches Filmformat vermittelt dem Zuschauer ein heldenhaftes Bild des Capitaine Thomas Sankara. Dargestellt als liebenswürdiger Rebele und Querdenker, kommt man nicht umher, Sympathie, ja sogar Bewunderung für den ehemaligen burkinischen Präsidenten zu empfinden.

Obwohl der Regisseur keine direkte inhaltliche Wertung vornimmt, wird schnell klar, wer Gut und Böse darstellt. Sankara wird zum burkinischen Retter hochstilisiert, während der Westen zum Feind erklärt wird. Dazu trägt Thomas Sankaras Selbstinszenierung als Opfer des Imperialismus und fehlbarer, jedoch bemühter Staatsmann stark bei.

Die Heldengeschichte entpuppt sich jedoch zur Tragödie: Am 15. Oktober 1987 wird Genosse Präsident Thomas Sankara von seinem engsten Vertrauten und besten Freund, Blaise Compaoré, in einem Putsch ermordet. Compaoré übernimmt kurz darauf das Präsidentenamt.

Verlosung: Wer an die Vorpremiere will, schreibt bis am Montag 15. Juni um 14 Uhr eine Mail an: [email protected]

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