Bild: Sarah Baur

Goldene Stunden

von

Wenn sich der Nebel verflüchtigt, erstrahlt alles in neuem Licht.

Im Herbst kann der Tagesablauf sehr düster erscheinen. Man steht am Morgen auf und es ist stockdunkel. Dann geht man zur Arbeit oder lernt den ganzen Tag, bis es draussen wieder düster ist. Von der Sonne bekommt man in dieser Jahreszeit also nicht viel zu sehen. Besonders wenn nebst der Dunkelheit auch noch der Nebel ins Spiel kommt. Lässt man in den Arbeitspausen den Blick nach draussen schweifen, hängt der Nebel tief und dicht am Himmel, sodass kein einziger Sonnenstrahl durchdringen kann. Doch das Gute daran ist: Man lernt das Alltägliche zu schätzen. Denn wenn die Sonne endlich durch die dicke Nebelwand drückt, freut man sich um so mehr. Man streckt sein Gesicht der Sonne entgegen, um das begehrte Vitamin D, das wichtigste Heilmittel im Kampf gegen die gefürchtete Winterdepression, aufzusaugen. Und wenn sich der Nebel verdünnt und die altbekannten Landschaften zeigt, sieht man diese plötzlich in einem ganz neuen Licht. Nun ist alles eingetaucht in den mystischen Schleier des verbleibenden Dunstes. Die weisse Decke rahmt die Bilder unserer Umgebung zu einem Kunstwerk, wie man es sich sonst nie hätte vorstellen können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

Neuestes von Campus

Weltflucht mit Rakete

Der erste Langfilm von Dea Gjinovci hätte leicht ein typisches Flüchtlingsporträt werden

Porträts als Kompass

Fünf Jahrzehnte Frauengeschichte zu erzählen ist ein beachtliches Unterfangen. Ein Buch reicht
Gehe nach Oben