Luca Dahle: "Das Studium soll trotz hohen Anforderungen bewältigt werden können." (Bild: Jonathan Progin)

«Ich bin für die Stimmung da»

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Luca Dahle ist seit Herbst VSETH-Präsident. Er will für den Zusammenhalt im Verein sorgen.

Wie dominiert das Coronavirus deinen Alltag seit dem Amtsantritt als VSETH-Präsident?

Corona verdrängt alles andere auf der Agenda, es ist das Thema. Die Arbeit wird nicht wirklich weniger, sie wird eher mehr, und der Spass fällt dann weg. Das ist vor allem jetzt sehr schade, weil wir ein komplett neuer Vorstand sind.

Das Virus ist ja jetzt schon eine ganze Weile da. Wie bewertest du den bisherigen Umgang der ETH mit der Pandemie?

Als der Lockdown kam, hat die ETH richtig gut reagiert. Innerhalb von einer Woche wurde ohne grössere Probleme von Präsenzlehre auf digitale Lehre umgestellt. Studierende und Dozierende wurden technisch unterstützt und die Kommunikation hat gut funktioniert. Aber es war kein schönes Semester.

Dann bist du also froh, dass nun teilweise wieder Präsenzveranstaltungen stattfinden?

Ja, aber ein Studium ist an sich schon sehr anonym. Jetzt ist es noch viel krasser. Wenn es keine Möglichkeit gibt, Leute kennenzulernen, wird es nur schwieriger.

Können da nicht Online-Events aushelfen?

Wir haben im Frühling vieles online probiert, aber es kam nicht sehr gut an. Es ist einfach etwas anderes, wenn man ausschliesslich über Zoom miteinander redet. Das macht weniger Freude und braucht viel mehr Konzentration.

Was willst du als Präsident erreichen?

Als Präsident bin ich für die Stimmung da: Es ist eine meiner Hauptaufgaben, sicherzustellen, dass die Leute, die sich im Verband engagieren, glücklich sind und Spass haben. Es soll generell ein angenehmes Klima im Verband herrschen. Das ist definitiv ein Aspekt, an dem ich mich am Schluss messen lassen möchte.

Und was ist mit der Hochschulpolitik oder den Verbandsstrukturen? Möchtest du daran nichts ändern?

Die Hochschulpolitik ist ein sehr wichtiges Thema, schliesslich hat sie direkte Auswirkungen auf den Alltag der Studierenden. Gerade jetzt während Corona ist es mir ein Anliegen, dass das Studium an der ETH trotz hoher Anforderungen und den jetzt erschwerten Bedingungen zu bewältigen möglich bleibt. Die Verbandsstrukturen sind eigentlich gut und haben sich bewährt. Sowohl der VSETH als Dachverein für alle Studierendenorganisationen als auch die Kommunikation mit der ETH funktionieren gut. Da möchte ich eigentlich nichts verändern.

An der ETH sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert. Wie können ETH und VSETH für mehr Gleichberechtigung sorgen?

Es wurden ja gerade zwei neue Vizepräsidentinnen in den ETH-Vorstand ernannt, und der Rektorin Sarah Springman ist Frauenförderung ein grosses Anliegen. Die Lösung des Problems ist vielleicht nicht wirklich nah, aber das Problem wurde erkannt und die Leute arbeiten daran.

In der Totalrevision des ETH-Gesetzes ist eine erweiterte Videoüberwachung auf dem Campus vorgesehen. Der VSETH hat diese erfolglos bekämpft. Was nun?

Es stört mich sehr, dass Videoüberwachung in Seminarräumen, Hörsälen oder in Sitzungszimmern möglich sein wird. Wir müssen aufpassen, dass dies nicht zu Einschränkungen der Freiheiten auf dem Campus führt. Wir werden jedenfalls den Dialog mit der Schulleitung suchen, damit das Gesetz sinnvoll angewandt wird.

Zur Person

Luca Dahle ist seit September Präsident des VSETH. Vorher war er Präsident des Akademischen Maschinen- und Elektro-Ingenieur Vereins (AMIV). Er studiert Mikro- und Nanosysteme im Master.

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