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    Die Vorbereitungen für das Festival in Oberwil Lieli laufen auf Hochtouren. Fotos: Joshua Bissegger

«Lamalagahla»: Festival-Premiere hinter dem Uetliberg

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Openairs und Festivals gibt es in Zürich und Umgebung viele. Nächstes Wochenende, vom 24. bis 26. Juni, steigt hinter dem Uetliberg zum ersten Mal das «Lamalagahla». Diverse Musik, eigene Währung, eine 10-Minuten-Bühne – und was man sonst noch erwarten kann.

In der Umgebung von Birmensdorf und Freiamt existierten bis 2019 zwei kleine alternative Festivals. Wegen deren Einstellung entstand der Wunsch, wieder etwas auf die Beine zu stellen, um die Ära von kleinen alternativen Festivals weiterzuführen. Junge Leute schlossen sich zusammen und gründeten den Verein Alpackada, in dessen Rahmen sie auch kleinere Events wie Raves und Feste organisieren wollen. Der Event hätte bereits vor zwei Jahren starten sollen und musste dann coronabedingt abgesagt werden. Seit Ende Herbst letzten Jahres ist die Gruppe mit der Planung vom «Lamalagahla» beschäftigt, welches von nun an jährlich stattfinden soll. «Lamalagahla» steht für das Abschalten und Sich-gehen-Lassen. Zudem passe das darin enthaltene «Lama» zum Vereinsnamen Alpackada und eigne sich fürs Logo.

Ganz im Sinne des Festivalnamens ist der Event nicht gewinnorientiert. Acts und Helfer*innen werden jedoch vergütet. «Da wir kein unbegrenztes Budget für die Künstler*innen hatten, kamen gewisse Acts nicht infrage», sagt Tim. Er studiert Geographie an der Uni Zürich und ist für die Bar und Dekoration zuständig. Er legt am Samstag selbst auch auf.

10-Minuten-Bühne für unbekannte Künstler*innen 

Die meisten Bands sind aus der Region und werden von nachmittags bis abends auftreten. Sie sollen möglichst viele Genres abdecken: Von Hip-Hop bis Reggae – und sobald es dämmert, gibt es Techno bis fünf Uhr morgens. Mit dabei sind unter anderen Planet Caravan, Acid Flora und Malaka Hostel aus Freiburg. Einzigartig ist das Konzept der 10-Minuten-Bühne. Sie soll eine Plattform für Künstler*innen bieten, die noch gar keine Reichweite haben: Nach erfolgter Anmeldung können Musiker*innen die Pausen bis zum nächsten Act bespielen. Neben der Musik steht auch anderes auf dem Programm: Etwa Poetry Slam vom Schweizer Meister Jeremia Gotthelf und Improtheater.

Das 17-köpfige Kollektiv, welches das Festival schmeisst, besteht aus Studierenden verschiedener Unis und Fachhochschulen und aus jungen Erwerbstätigen. Anfangs wurden alle Entscheidungen konsensbasiert getroffen. Diese Organisationsform habe sich jedoch betreffend kleiner Entscheide als schwierig und bremsend herausgestellt, meint Tim, weshalb sich die Gruppe sodann in verschiedene Ressorts aufgeteilt habe: «Man schenkt den Ressorts ein gewisses Vertrauen und Entscheidungsmacht. Dennoch können die anderen immer noch Einspruch erheben und wichtige Beschlüsse werden immer noch im Kollektiv gefällt», erklärt Tim weiter.

Klein aber fein

Das Festival rechnet mit maximal 650 Besucher*innen pro Abend. «Mehr Leute würden wir nicht hereinlassen, denn dann wären wir von der Infrastruktur her überfordert», so Tim. Getanzt wird dann auf der Weide eines Biohofs, wo drei Mitglieder des Kollektivs selbst auch wohnen. Wie vertragen dies die ansonsten landwirtschaftlich genutzten Flächen? «Besonders wenn es regnet, macht das den Rasen und somit die landwirtschaftliche Produktivität kaputt, das kann man nicht schönreden», gibt Tim zu.

Für jene, die in echte Festivalstimmung kommen wollen, werden zudem Zeltplätze zur Verfügung gestellt, deren Preis im Festivalpass inbegriffen ist. Auch die Fahrten eines Shuttlebusses vom Gelände bis zu den nächstgelegenen Busstationen und Bahnhöfen sind organisiert. Während des Festivals wird mit der Währung «Lamas» bezahlt, welche an der Kasse bezogen werden kann. Dies erleichtere die Beschaffung und Koordination von mehreren Kassen und Kartenlesegeräten, so Tim.

Die Zürcher*innen aufs Land locken

Das Kollektiv wünscht sich ein diverses Publikum, in der Region würde sich ein solcher Event schnell herumsprechen. «So ein Festival ist speziell, da hier nicht jedes Wochenende etwas läuft», meint Tim. Das Kollektiv würde nicht übermässig viel Werbung machen wollen. «Mund-zu-Mund-Propaganda ist sowieso das Beste!». Nichtsdestotrotz bespielt das Festival regelmässig seinen Instagram-Kanal und gewährt so einen Einblick in den auf Hochtouren laufenden Aufbau.

«Natürlich wäre es mega cool, wenn man die Zürcher*innen auch abholen könnte, doch es ist nicht einfach, sie aus der Stadt herauszulocken», sagt Tim. Anderen Festivals stehen sie locker gegenüber: «Ich glaube wir müssen die gar nicht als unsere Konkurrenten betrachten, die wir auszustechen versuchen, indem wir einzigartiger und cooler sind. Wir wollen einfach zwei schöne Tage veranstalten!» Obwohl im Aargau, sind es von Zürich aus nur 15 Minuten bis zum Festival. Bus-Linie 350 von Triemli bis Haltestelle Oberwil Lieli, Lieli Dorf und kurz nach der Stadtgrenze «efach chli la mal la gah»! Man darf gespannt sein auf die Premiere dieses neuen Festivals.

 

Hier geht es zur Webseite der Verstanstalter*innen und hier zu ihrem Instagram-Account

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