(Bild: Clemens Winkler).

Material, beuge dich!

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Ausstellung — Holz ist doch eigentlich starr und spröde. Oder? Nicht unbedingt! Neue Verarbeitungstechniken lassen Eiche und Mahagoni elastisch werden, und in einem Wasserdampfbad kann man seinem schicken Holzstuhl neuerdings auch einen neuen Look  verpassen. Das und mehr ist derzeit in der Ausstellung «Designlabor» im Toni-Areal zu sehen.

Smartphones, Kleider und Gadgets: Die Dinge, mit denen wir uns umgeben, übernehmen immer wichtigere Funktionen. Menschen gehen mit ihnen innige Beziehungen ein und wären ohne sie unvollständig. Die Materialwissenschaften bilden dabei die Schlüsseldisziplin, die zudem versucht, das Problem der fehlenden Nachhaltigkeit zu lösen. Daran knüpft das Designlabor des Museums für Gestaltung an und würzt die Wissenschaft mit gestalterischen Ingredienzien.

Das Labor lädt zu einer sinnlichen Entdeckungsreise ein: Die Besucher*innen können die Materialien nicht nur ertasten, sondern sogar selbst basteln. Auftakt der Ausstellung bildet eine Lehmkanone, mit der man schiessend töpfern kann. Was bei der spassigen Innovation als handfestes Ergebnis herauskommt, ist dabei sekundär. In der restlichen Ausstellung ist Nachhaltigkeit das Motto. Schuhe sind ausgestellt, die aus bakteriell behandeltem Material bestehen. Ein weiteres Material strickt sich aus Pilzkulturen selbst und entwickelt dabei eine Haptik, die einen fasziniert schaudern lässt. Bausteine aus recycelten Eierschalen und behandelten Rindermagenhäuten, die zu Taschen verarbeitet werden sollen, zählen zu den weiteren Anschauungsmaterialien. Die Exponate lassen sich dabei leider nur schwer einordnen: Was denn nun wirklich taugt und was in der Bastelkammer verstauben wird, bleibt den Besuchenden ungewiss.

Die Ausstellung widmet sich auch neuen Bautechniken, die mit Hilfe von Robotik entwickelt wurden. So entsteht eine Symbiose zwischen Materialtechnik und Design. Unter den vielen verschiedenen Themen leidet jedoch der Fokus und es fehlt der rote Faden. Wer gerne mehr Struktur im Chaos hätte, dem sei deshalb die sonntägliche Führung empfohlen.

Die Ausstellung «Designlabor» ist momentan geschlossen. Sie würde bis zum 6. September laufen.

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