Projekt Neptun stattet Studis seit 20 Jahren mit Rechnern von Qualität aus

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Das ETH-Spin-Off verkauft seit 2001 vergünstigte Hardware schweizweit. Die Angebote sind während je vier Wochen zu Semesterbeginn erhältlich.

Zufriedene Kund*innen seien ihr oberstes Ziel, sagt Dominik Candreia, der von 2008 bis 2019 «Projekt Neptun» geleitet hat, «und dass deren Gerät genau das bringt, was sie brauchen sowie möglichst simple und schnelle Lösungen unsererseits, wenn etwas nicht funktioniert». Das ETH-Spin-off, das mittlerweile eine Non-Profit-Stiftung ist, bietet seit 20 Jahren vergünstigte Hardware an, vor allem für Studierende. Neben den Neptun Demo Days, an denen man verschiedene Laptops ausprobieren und die Mitarbeitenden für Fragen, technischen Support sowie Reparaturen zur Verfügung stehen, bietet Projekt Neptun einen Ausleihservice für Ersatz-Laptops an; 70 solcher Geräte gibt es. Für die Kundschaft, die bereits einen Neptun-Laptop besitzt, ist das Angebot bei Reparaturfällen gratis, Nicht-Kund*innen zahlen für vier Wochen 50 Franken.

20-jähriges Bestehen

Als Projekt Neptun 2001 im Rahmen der «ETH World Initiative» entstand, war die Vision: ETH-Studierende mit Rechnern bester Qualität zu einem tragbaren Preis auszustatten. Dass das Projekt über zwei Dekaden bestehen würde, war laut Candreia unerwartet, denn «die zuständige Person der ETH wollte das Projekt nicht weiterführen, weil die Hochschule nicht mehr im Zentrum stand». Aufgrund des Erfolgs beschlossen Dominik Candreia und Lisa von Boehmer, die zuvor für die grafische Umsetzung bei Projekt Neptun zuständig war, das Projekt fortzuführen. Gemeinsam gründeten sie 2011 in Kooperation mit dem VSETH das Non-Profit-Spin-off Stonepine Labs GmbH. 2016 wurde dieses schliesslich in die Non-Profit-Stiftung Studenten-Discount (SSD) integriert.

Von der ETH Zürich in die ganze Schweiz

In den ersten zwei Jahren war das Angebot nur für einzelne ETH-Departemente zugänglich und wurde 2003 auf die ganze ETH ausgeweitet. Dann kam die Uni Zürich hinzu und ab 2005 folgte die Öffnung für alle Schweizer Hochschulen. Das daraus resultierende grössere Verkaufsvolumen sieht Candreia positiv, denn «das gibt mehr Macht gegenüber den Herstellern in den Verhandlungen der Konditionen». Trotz der Öffnung stand das Help Desk, das zur Beratung bei der Auswahl eines Laptops oder bei technischen Problemen mit dem Laptop beiseite steht, erst nur ETH-Angehörigen zur Verfügung. Mittlerweile gibt es neben zwei Help Points in Zürich weitere in Luzern, Basel und Bern.

Dank zeitlich limitierter Verkaufsfenster – während vier Wochen zu Semesterbeginn – kann die Stiftung Produkte mit Rabatten zwischen sieben und 35 Prozent offerieren. Im vergangenen Herbst vermittelte Projekt Neptun laut Candreia rund 3’000 PCs, 2’500 Macs, 800 Tablets und 1’000 Monitore. Waren Monitore zuletzt mit etwa 150 Verkäufen pro Jahr kaum gefragt, explodierte die Nachfrage infolge der Homeoffice-Situation. Einzig bei den Druckern, von denen jährlich zwischen 150 und 250 Stück verkauft werden, stagnieren die Verkaufszahlen. Die meisten Kund*innen sind Candreia zufolge Studis, deren Anteil an den Verkäufen rund 80 Prozent betrage.

Geräte auf dem Prüfstand

Um den eigenen Qualitätsanforderungen zu entsprechen, evaluiert Projekt Neptun alle drei Jahre die Geräte der Hersteller. Dabei prüfen die Mitarbeitenden rund 200 Messpunkte, etwa die Haptik, die Lüftung oder die Robustheit, auf Basis derer sie die Laptops bewerten, denn «wir wollen das optimale Gerät oder den Hersteller, der das beste Angebot liefern kann, herausfiltern», sagt Candreia. Bedeutend sei auch die Garantie, die drei Jahre betragen und international gültig sein muss. Für die Zukunft hat die Sicherung der Stiftung laut Candreia Vorrang. Zudem möchte Projekt Neptun sich breiter aufstellen und erwägt, die eigenen Erfahrungen im Support, bei Beschaffungen und Verhandlungen, Bildungsinstitutionen anzubieten.

 

1 Comment

  1. Mir als Student waren die Neptun-Angebote immer vor allem eines: viel zu teuer. Was auffällt, ist, dass Neptun keine günstigen Geräte im Angebot hat, sondern fast nur „High-End“ Laptops, die für dem durchschnittlichen Studenten schlicht zu teuer sind. Kaum eines ihrer Geräte kostet unter 800 Franken, obwohl man bei Elektronikdiscountern problemlos in dieser Preisklasse gute Laptops bekommt.

    Ich denke, dass Neptun ihre Strategie was Geräteauswahl angeht, überdenken sollte, und vermehrt auf günstige Geräte setzen sollte.

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