Quäl dich, mein Schatz!

von

Eine neue Studie zeigt, welche Rolle Liebespartner*innen bei der Verfolgung gesundheitlicher Ziele spielen.

Sport hält den Körper in Form und bietet eine Abwechslung zum Alltag. Je nach persönlicher Tagesform und Gefühlslage kann sich jedoch die Motivation in Grenzen halten, etwas für die körperliche Fitness zu tun. Eine Studie der Psychologischen Fakultät der Universität Zürich hat dafür zumindest für Liebespaare eine Lösung: Sie untersuchte, welche Rolle die Unterstützung von Partner*innen bei der Verfolgung von gesundheitlichen Zielen spielt.

Die Studie befand, dass die Studienteilnehmer*innen sich glücklicher fühlten und sportlich aktiver waren, wenn sie durch ihre Partner*innen zu einer sportlichen Tätigkeit motiviert wurden. Zudem kam sie zum Schluss, dass das gemeinsame Trainieren einen positiven Einfluss auf die Beziehung haben kann.

Studie basiert auf Tagebucheinträgen

Die Erhebung basiert auf den Tagebucheinträgen von 99 inaktiven, übergewichtigen Liebespaaren, die sich vorgenommen hatten, körperlich aktiver zu werden. «Viele der Proband*innen hatten sich zum Ziel gesetzt, vermehrt Strecken zu Fuss oder mit dem Fahrrad zurückzulegen, um so den Sport in den Alltag zu integrieren», sagt Corina Berli, Assistentin am Psychologischen Institut der Universität Zürich. Während 14 Tagen bekamen die Paare Fitnesstracker, die ihre körperliche Aktivität massen. Zudem berichteten die Paare während dieser Zeit über die Bereitstellung von sozialer Unterstützung und bewerteten ihr emotionales Wohlbefinden sowie ihre Zufriedenheit in der Beziehung. Die Studie untersuchte sodann, wie diese drei Faktoren zusammenhängen.

Die Idee zur Studie kam dem Forschungsteam durch eine von ihnen entdeckte Forschungslücke: «In der Literatur zu Unterstützungsprozessen und Gesundheit liegt der Fokus hauptsächlich auf den positiven Effekten bei Unterstützungsempfangenden. Daher haben wir uns für die Effekte bei den Unterstützungsgebenden interessiert», erklärt Berli.

Mehr Zusammenhalt dank Sport

Anhand der gesammelten Tagebucheinträge konnten die Forschenden unter anderem belegen, dass die mentale Unterstützung für eine sportliche Aktivität nicht nur die Partner*innen anspornt, sondern dadurch auch die eigene Motivation für eine sportliche Aktivität steigt. In Zahlen ausgedrückt zeigt die Studie, dass sich eine Frau körperlich rund fünf Minuten länger betätigt, wenn sie gemeinsam mit ihrem Partner trainiert und ihn dazu motiviert. Mit der Motivation steigt aber nicht nur die körperliche Aktivität. Die Studie zeigte auch einen positiven Zusammenhang mit der Zufriedenheit in der Beziehung auf. Dabei waren die Proband*innen zufriedener mit ihrer Beziehung, wenn ihre Partner*innen sie intensiver bei einer sportlichen Tätigkeit motivierten. Dies wird darauf zurückgeführt, dass der Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl in der Beziehung dadurch gestärkt wurden.

Die Forschungsergebnisse der Studie beruhen zwar auf Liebespaaren, jedoch kann man davon ausgehen, dass sie sich auch auf Freundschaften übertragen lassen. «Anhand der Studie können wir nur eine Aussage dazu machen, dass das Geben von Unterstützung beim Sport mit einer höheren Beziehungsqualität bei romantischen Paaren einhergeht. Dass sich dieses Konzept auch auf Freundschaften übertragen lässt, ist eine legitime Annahme. Diese muss jedoch noch untersucht werden», so Berli.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

Neuestes von Aus der Forschung

Placeholder

World Wild Web

Die Dissertation von Sven Bisquolm untersucht, wie wir mit den Gefahren der
Placeholder

Trauma im Blut

Trauma-Folgen sind über Generationen vererbbar. Das hat Auswirkungen auf die Präventionsarbeit.
Placeholder

Stillen fürs Immunsystem

Forschende der Uni Zürich untersuchen, wie Muttermilch unsere Abwehrkräfte stärkt.
Gehe nach Oben