Das Start-up Angle Audio schafft im Internet Gesprächsräume.

Das Start-up Angle Audio schafft im Internet Gesprächsräume.

Raum für Diskussionen

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Angle Audio soll eine Software für «gute Gespräche» sein. Was steckt dahinter und was wollen die Entwickler?

Den Appell «Lasst uns eine coole Plattform bauen!» richtete Matthias Strodtkoetter an seine Freunde Valerius Huonder und Matthias Karg: Der erste der beiden jongliert mit Zahlen, ein Programmierer, und der zweite mit Pixeln, ein Designer. Zusammen mit Matthias Strodkoetters unternehmerischen Kenntnissen war der Grundstein für ein digitales Start-up gelegt.
Bereits 2018 beschäftigten sich die drei mit der Idee: Was wäre, wenn man gezielt über Themen sprechen könnte, an denen alle Beteiligten so richtig interessiert sind? Der Link zu «guten Gesprächen», wie Strodtkoetter sagt, müsse erfunden werden und das machten sich die drei zum Ziel.

Konkurrenz von Clubhouse

Zunächst entschied sich das Team für eine Smartphone-Version – also für eine App. In dieser App sind die Themen, über die man mit allen anderen Nutzer*innen sprechen kann, aufgelistet und man kann entweder als Auditor*in oder als Sprecher*in der Diskussion beitreten. Die Entwicklung der Angle-Audio-App startete im Juni 2020. Danach folgte die Realisierung des Produkts. Dafür benötigte Angle Audio Investoren. Im Internet wurden sie fündig und konnten mit ihrer Idee ein deutsches Unternehmen und private Investor*innen überzeugen. Seit April 2021 ist die App im Appstore erhältlich.

Doch Angle Audio war nicht allein mit ihrer Idee. Die gleichartige App Clubhouse aus dem Silicon Valley hatte das bessere Timing und mehr prominente Werbeträger*innen – und war erfolgreicher. Nach nur einem Jahr verzeichnete Clubhouse einen Marktwert von rund 4 Milliarden US-Dollar im Frühling 2021. Ob so starke Konkurrenz kein Motivationskiller war? Darauf zitierte Strodtkoetter den Investor Peter Thiel: «Competition is for losers». Darauf hat Angle Audio eine neue Richtung eingeschlagen. Fortan ist ihr Produkt nicht mehr nur eine App. Sie erstellen auch Software Development Kits (SDK) für Firmen und deren Webseiten.

Statt App-User*innen nun SDK für Firmen – doch was ist das ?

Der Grundgedanke bleibt derselbe. Angle Audio schafft im Internet Gesprächsräume. Man sieht sich dabei nicht. Statt sich Videotelefoniesoftwares zu installieren ist der Plan, dass man direkt über einen Button auf der Webseite der Diskussion beitreten kann. Handelt es sich beispielsweise um eine Lernplattform für Schwedisch, so können die Schüler*innen zu einer bestimmten Uhrzeit den Button anklicken und mit ihren Tutor*innen die Aussprache lernen. Angle Audio passt die Software den Wünschen der Auftragsfirma erst an, um sie anschliessend als individuelle, «gute, sinnreiche Gespräche-Software-Pakete» zu verkaufen. Strodtkoetter nennt es «das Telefon des Internetzeitalters» – effizient und weitgehend inkognito.

Ob Angle Audio damit der Durchbruch gelingt, bleibt offen. Jedenfalls ist das Start-up ein gutes Beispiel dafür, wie schnell sich aufstrebende Unternehmen dem Markt anpassen müssen und wie schwierig es sein kann mit starker Konkurrenz umzugehen.

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