In der neuen Episode der Filmreihe «Phantastische Tierwesen» ist es ausnahmsweise mal Dumbeldore, der auf Hilfe angewiesen ist. Bild: Warner Bros.

In der neuen Episode der Filmreihe «Phantastische Tierwesen» ist es ausnahmsweise mal Dumbeldore, der auf Hilfe angewiesen ist. Bild: Warner Bros.

Schwache Handlung, aber Augenschmaus und Jö-Faktor

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Film Wir sind in der dritten Runde von «Phantastische Tierwesen», einem Spin-Off der Harry-Potter-Reihe. In den vorhergehenden Filmen lernten wir den Zoologen Newt Scamander kennen, welcher magische Tierwesen sucht und schützt. Dabei traf er immer wieder auf den Bösewicht Gellert Grindelwald, der die Herrschaft über die nicht magische Welt ergreifen will.

Nachdem Grindelwald im letzten Film verbündete Magier um sich geschart hat und geflohen ist, will ihn Dumbledore, der Leiter der Zauberschule Hogwarts, aufhalten, um die Muggel (Nicht-Magier) vor ihm zu beschützten. Wegen einem dunklen Geheimnis in seiner Vergangenheit mit Grindelwald ist es ihm jedoch nicht möglich, diesen selbst aufzuhalten. Deswegen schickt er Newt und ein Team bestehend aus Hexen, Zauberern und einem Muggel auf die Jagd. Grindelwald versucht währenddessen, in der magischen Welt die politische Macht an sich zu reissen, um anschliessend einen Krieg gegen die Muggel zu beginnen. Damit die Gruppe um Newt erfolgreich ist, muss der Plan geheim gehalten und Verwirrung gestiftet werden.

Auch der Zuschauer steht am Ende des Filmes etwas verwirrt und mit offenen Fragen da. Einige Handlungen und Beweggründe der Charaktere scheinen nur dem künstlichen Spannungsaufbau zu dienen und wirken aus der Luft gegriffen. Auf den grossen Schauspielerwechsel – in den vorherigen Filmen wurde Grindelwald von Jonny Depp gespielt, jetzt von Mads Mikkelsen ­­– wird leider nicht eingegangen. Man hätte diesen elegant durch einen Zauberspruch oder einen Trank in die Geschichte einbauen können. Depp wurde von Warner Bros gebeten, auf die Rolle zu verzichten. Dies aufgrund eines verlorenen Gerichtsverfahrens gegen das englische Boulevardblatt «The Sun» wegen angeblichen Falschaussagen zu häuslicher Gewalt gegen seine Ex-Frau Amber Heard. Mit Mads Mikkelsen hat Warner Bros auf jeden Fall einen würdigen Nachfolger für Rolle von Grindelwald gefunden und auch die anderen Schauspieler überzeugen in ihren Rollen.

Regie führte, wie schon bei den ersten zwei Filmen, David Yates. Auch die Szenenbilder wurden erneut von Stuart Craig gemacht, wobei neben neuen fabelhaften Orten auch altbekannte Räume aus Hogwarts wiederzusehen sind. Die Musik, welche von James Newton Howard komponiert wurde, untermalt die Szenen hervorragend und trägt zum Spannungsaufbau bei. Die Kostüme von Coleen Atwood passen farblich und stilistisch zu den Szenenbildern und entsprechen der Mode der 1930er Jahre, in welcher der Film spielt. Ein Highlight sind nach wie vor die animierten Tierwesen, welche nicht nur niedlich aussehen, sondern auch Charakter beweisen. Wem die bisherigen Episoden der Reihe gefallen hat, wird auch von diesem Film begeistert sein.

Ein Kritikpunkt ist höchstens bei der Handlung zu setzen. Beim Schreiben des Drehbuchs war dieses Mal neben Joanne K. Rowling auch Steve Kloves dabei. Wie bereits erwähnt, wirken manche Handlungen aus der Luft gegriffen, dafür werden viele Fragen über Dumbledores Familie geklärt. Bereits in der Harry-Potter-Reihe kam dessen Bruder und verstorbene Schwester vor. Während man dabei deren Hintergrundgeschichte kaum kennengelernt hat, findet man in diesem Film viele Antworten auf den Streit zwischen Dumbledore und seinem Bruder sowie über den Tod der Schwester.

Insgesamt ist «Phantastische Tierwesen – Dumbledores Geheimnisse» ein guter Film, welcher vor allem durch die Gestaltung der magischen Welt, die Musik und den Niedlichkeitsfaktor der magischen Tieren überzeugt.

«Phantastische Tierwesen – Dumbledores Geheimnisse» läuft seit dem 7. April im Kino.

 

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