Bild: Lucas Ackermann

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Stillstand an der Bahnhofstrasse

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Gewohnte Bahnen zu verlassen tut gut.

Neulich wurde der emsigen Gesellschaft des Kreis 1 ein Schauspiel der eher seltenen Art geboten: Zwischen Hauptbahnhof und Paradeplatz standen die Trams während unzähliger 7-Minuten-Zyklen still. Ob dies in Folge wiederkehrender Proteste oder aufgrund einer Kollision mit einem SUV im Fahrverbot des Banken-Quartiers geschah, bleibt fraglich. Andächtig, inmitten grotesker Fensterscheiben und Gutbetuchter, reihten sich die Waggons dicht an dicht und luden die sonst fahrende Kundschaft zum Spaziergang aus. Schön, wenn die Infrastruktur einmal aus ihrem treuen Funktionieren hinausfällt. Ganz ungewohnt, wenn die fleissige Zürcher Bevölkerung aus den gebahnten Furchen des Alltags geschubst wird. Was an der Strassenbahn sonst sympathisch ist – sie schnürt den Autos die Strasse eng – , vollzog sie da auch an den Passant*innen. Wie wenig Platz die Bahnhofstrasse doch für rhythmische Verschiebungen hat. Wie schnell es zu Unterbrechungen kommen kann. Geschäftsleute in klackernden Absätzen und flatternden Krawatten schoben sich gen Bahnhof, während ich entzückt verweilte und jenen zuschaute, die die schlafenden Schlangen inspizierten. Dazu ergibt sich die Gelegenheit nicht oft.

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