ZS #1/19

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Aus Fehlern muss man lernen — In der 866 Millionen Euro teuren Elbphilharmonie in Hamburg war der Tenor nicht zu hören. Das hanseatische Konzerthaus sei «entzaubert», titelte anschliessend der «Tages-Anzeiger». Und das war noch diplomatisch ausgedrückt. Denn ein Konzertsaal, in dem die Musik nicht zu hören ist, ist schlicht und einfach verkackt.

Ein ähnliches Schicksal droht in zwanzig Jahren der Uni Zürich. Die Bibliothek im geplanten «Forum UZH» (Kostenpunkt: bis 600 Millionen Franken) ist zu klein geplant. Ein substanzieller Teil der Bücher soll nämlich ausgelagert oder entsorgt werden. Ein nagelneues Unigebäude, das keinen Platz für alle Bücher hat: Das spielt in derselben Liga der Kacke wie der Fall aus Norddeutschland.

Zwischen der Elbphilharmonie und der Uni Zürich besteht aber ein grosser Unterschied: Die Elphi steht schon, das «Forum UZH» befindet sich noch tief in der Planungsphase. Viel Unkluges liesse sich an der Limmat noch verhindern, während am Elbstrand nichts mehr zu retten ist. Damit Zürich diese Chance nutzen könnte, müsste eine breite Debatte in Gang gebracht werden (S. 20).

Der Widerstand gegen die aktuellen Pläne für das Hochschulgebiet ist da. Er kommt aus dem Quartier (S. 18). Doch bevor die Verantwortlichen alle Betroffenen angehört haben, legen sie elegante architektonische Pläne vor (S. 16), die über inhaltliche Mängel hinwegtäuschen sollen.

Für die Redaktion

Oliver Camenzind

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